"Willkommensbild"

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Dienstag, 29. Juli 2014

9. Etappe Schiltach- Epfendorf mit Aktion in Oberndorf

Bericht von Max:



Heute war ein ziemlich anstrengender Tag. Zunächst verspätete sich unsere Abfahrt um 30 Minuten auf 10°°, da wir den logistischen Aufwand der Abreise unterschätzten. Da Pascal und Adrian gestern abgereist waren und Sophia und Samya im Auto fuhren, radelten wir nur zu acht.

Zwar belief sich die erste Etappe auf nur knapp 20km, aber diese waren sehr anstrengend und schwierig zu bewältigen.
Über einen großen Anstieg, einen der steilsten des Tages, ließen wir Schiltach schiebend hinter uns.
Nach diesem wurden die Anstiege etwas leichter, aber die Truppe trieb weit auseinander.
Da jeder sein eigenes Tempo fuhr, mussten die schnelleren am Ende des Aufstiegs warten. Insgesamt machten wir bestimmt 4-5 Pausen nach Anstiegen, da die hinteren sich ja vor der Weiterfahrt erholen mussten, zogen sich diese.


Das Schlimmste war, das man nie wusste, ob man den Gipfel schon erklommen hatte, oder am Ende der Steile, schon der nächste Hügel begann.
Doch tatsächlich schafften wir gegen 12.40°° den höchsten Punkt zu erradeln.
Für mich endete die Fahrradtour genau hier, da mein Rad Probleme mit der Achse hatte.
Zuvor hatten wir uns gut erholt und die anderen radelten weiter gen Heckler und Koch. Ich schob mein Fahrrad mit einer riesen Pace-Flagge und einen roten Hippie-Kopfband etwa 2 km an einer Landstraße mit toller Schwarzwald-Kulisse entlang. Das war wirklich interessant, ich hörte Musik und dachte darüber nach, wie sehr einen diese Radtour nach nur zwei Tagen komplett aus dem Alltag herauszieht. Man bekommt jeden Tag so viele Eindrücke, dass es schwierig ist, das alles zu verarbeiten.

Aber es ist eine tolle Erfahrung und ich freue mich über die vielen schönen Momente mit den lieben Menschen vor wunderbaren Kulissen.

Jedenfalls traf ich Thomas, der wie verabredet mein kaputtes Fahrrad auflud und mich zu Heckler und Koch brachte. Denn hier trafen auch bald die restlichen Radler, eine internationale Theatergruppe und Menschen aus regionalen Friedensgruppen ein. Gemeinsam demonstrierten wir mit Gesang, Transparenten, Kunst und Reden gegen die Kleinwaffen-Produktion- und Transporte von Heckler & Koch. Es war insgesamt eine gelungene Aktion, da sich hier viele unterschiedliche Initiativen trafen, um für einen gemeinsamen Zweck einzustehen. Zum Beispiel ließen wir Lufballons mit Botschaften steigen, die unsere Wünsche für Heckler und Koch und die Welt zeigten.
Ich denke, die Bilder zeigen eindrucksvoll, wie unser Protest-Apell von statten ging.




Anschließend wurden wir noch von einem engagierten Herren, namens Ullrich Pfaff und seiner Frau Renate, zu einem Vesper eingeladen, sodass die Gruppen in ihrem Haus in Alt-Oberndorf zum Gespräch zusammen kamen.
Das war nochmal ein sehr interessanter Eindruck, das Haus der Familie Pfaff ist wunderschön. Das Ehepaar hat viele Jahre in Afrika gelebt und das Haus ist mit vielen Kunst- und Kulturgegenständen eingerichtet. Das Essen war sehr gut und üppig, genau wie man sich eine Vesper vorstellt. Die Gespräche waren für mich, der sich kaum mit der Thematik Kleinwaffen auskennt, sehr hilfreich.

Wir saßen noch im Kreis und Ullrich erzählte uns von dem Mahnmal gegen Krieg  und Faschismus, welches im Vordergarten steht.
Sein Vater war im Versöhnngsbund und errichtete das Denkmal nach dem zweiten Weltkrieg, als Mahnmal für die Zwangsarbeiter der Oberndorfer Arbeitslager.

Wegen der schwierigen Vergangenheit und Gegenwart Oberndorfs mit der Waffen-Produktion, wird dieses Denkmal, was auch die Waffenproduktion anprangert, nicht wie in jeder anderen Gemeinde und Stadt als Kriegsmahnmal akzeptiert. Das Denkmal leidet unter Vandalismus und das Ehepaar wird oft angefeindet. Für uns ist dieses Verhalten vollkommen fremd, da wir dies aus unserer Heimat nicht kennen.

Wir verabschiedeten uns vom Hause Pfaff und machten uns nach diesem langen,
 vollen, anstrengenden, aber in erster Linie sehr lohnenden Tag auf dem Weg Richtung Epfendorf-Trichtingen, ins Gemeindehaus. Dieses wird uns für heute als wunderbare, große und gemütliche Unterkunft mit Dusche dienen.

Ich bin wie die zwei Tage zuvor sehr erschöpft, aber glücklich.

8. Etappe Kehl- Schiltach



Über die Hälfte der Strecke war geschafft! Da die Wünsche und Interessen der Teilnehmer an diesem Tag auseinander gingen, fanden sich mehrere kleine Gruppen zusammen, die den Tag auf verschiedene Art und Weise gestalteten.  

Der Großteil der Gruppe freute sich darüber, dass der Wecker zwei Stunden später klingelte als gewohnt, dadurch konnte der eingesammelte Schlafmangel zumindest teilweise ausgeglichen werden. Zwei Teilnehmer begannen den Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Taufe in einer benachbarten Gemeinde. Gestartet wurde Die Fahrradtour gegen 13 Uhr, mit dem Bahnhof in Appenweiher als Ziel, um von dort mit der Bahn nach Hausach zu fahren. Drei der Radler jedoch wollten sich die Radstrecke in den Schwarzwald hinein nicht entgehen lassen und radelten die komplette Strecke. Sie starteten bereits um 9.30 Uhr in Kehl.
Der Weg zum Appenweiher Bahnhof gestaltete sich schwieriger als gedacht und aus den vorhergesagten 15 Kilometern wurden über 20 Kilometer. Der Grund dafür war eine schlechte Beschilderung und ein nicht funktionierendes Navi. Dank zwei netter ortskundiger Fahrradfahrerinnen fanden wir dennoch den Bahnhof kurz bevor die Bahn eintraf. Die Bahnfahrt nutzten wir als Mittagspause, in der sich die Dosen mit Karotten, Äpfeln und geschmierten Broten schnell leerten. Am Bahnhof in Hausach angekommen, waren alle sehr froh, dass es einen kleinen Trinkwassserbrunnen gab, an dem wir unsere Flaschen auffüllen konnten.

Die Landschaft hatte sich verändert und die Berggipfel riefen nach uns. Wir waren im Schwarzwald angekommen. Nach einigen Steigungen und der ein oder anderen Abfahrt waren wir in Schiltach, unserem Tagesziel, angekommen. Aber noch viel besser war, dass wir am Freibad angekommen waren, den  anderen Teil der Gruppe wiedertrafen, ins kühle Nass springen konnten, leckeres Eis auf uns gewartet hat, ebenso wie eine warme Dusche.
Im Schwimmbad bekamen wir den Schulklasseneintrittspreis, da der Mann an der Kasse meinte, dass die Ermäßigung für einen guten Zweck sei. Das hat uns sehr gefreut.
An der Unterkunft angekommen hat uns das Autoteam mit fertigem Abendessen erwartet. Kartoffeln mit Quark und verschiedenem Gemüse standen schon auf dem Tisch.

Wir genossen den schönen Sommerabend draußen im Hof, mit Teelichtern und Stuhlkreis und einem Vortrag von Ernst Ludwig Iskenius. Anlässlich unserer Aktion am darauffolgenden Tag informierte er uns über den Kleinwaffenhersteller aus Oberndorf „Heckler und Koch“ und allgemein über die Kleinwaffenproduktion in Deutschland. Im Anschluss bereiteten wir noch Kärtchen mit Botschaften für Oberndorf vor und waren froh, als wir gegen 1 Uhr nachts in unsere Schlafsack kriechen konnten. Es war ein schöner abwechlungsreicher Tag.




7. Etappe Karlsruhe Kehl

Wir waren in Frankreich! Ausführlicher Bericht folgt :)







Sonntag, 27. Juli 2014

6. Etappe Mannheim - Karlsruhe




Heute ging es dann in die Stadt des Bundesverfassungsgerichts: Karlsruhe. Da uns hier besonders viel Programm erwartete, gönnten wir uns nach der langen Radstrecke am Vortag eine Bahnfahrt. Ein Teil der Gruppe musste aber trotzdem schon früh raus, um beim Radiosender der evangelischen Landeskirche ein Interview zu geben.
Um 13 Uhr waren dann wieder alle bei strahlendem Sonnenschein, aber auch brütender Hitze vor dem Rathaus versammelt. Der Oberbürgermeister selbst war leider nach Stuttgart gefahren, so dass wir nicht von ihm empfangen werden konnten. Trotzdem hat auch er den offenen Brief an die Bundeskanzlerin unterschrieben, den wir bereits in Mainz dabei hatten. Er wurde uns von einem Mitarbeiter feierlich übergeben.





 Anschließend konnte dann doch noch spontan ein Empfang mit Erfrischung im Rathaus selbst organisiert werden. Dort hatten auch die Vertreter der badischen Landeskirche die Gelegenheit uns zu begrüßen. Karen Becker-Hinrichs lies noch einige Worte zur Geschichte des Versöhnungsbundes einfließen, während wir ansonsten viel über die Stadt Karlsruhe erfuhren.
An dieser Stelle möchten wir uns auch für die finanzielle Unterstützung der badischen Landeskirche herzlich bedanken.


Der Nachmittag war dann inhaltlichem Input vorbehalten. Nach einer kurzen Planung der gewaltfreien Aktion in Konstanz, lernten wir von Thomas Bühler etwas mehr über die Versöhnung. In Vorbereitung auf unseren kurzen Abstecher nach Frankreich am nächsten Tag, schauten wir ein Film über Irene Laure, an deren Biographie wir nicht nur den Teufelskreis der Vergeltung erarbeiten konnten, sondern –viel wichtiger- auch wie der Teufelskreis, unter anderem durch Vergebung und dem Zulassen von Trauer und Ehrlichkeit durchbrochen werden kann.

Den Abend ließen wir gemütlich erst am Fluss und später beim gemeinsamen Abendessen ausklingen. Dabei gab es einige neue Gesichter, die gerade erst zur Tour dazugestoßen waren. Um sich besser kennen zu lernen, gab es noch eine ungewöhnliche Vorstellungsrunde:
Anstatt sich selbst vorzustellen, sammelten die anderen die Informationen zusammen, die sie bereits erfahren hatten.




Mehr Infos:
http://www.ekiba.de/html/aktuell/aktuell_u.html?t=089170a28d52338e1029de3e1e906192&tto=8f868b7f&&cataktuell=&m=11918&artikel=6221&stichwort_aktuell=&default=true